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20.06.2016

Otto Hahn-Medaille für Michael Förtsch

Quantenforscher erhält renommierten Nachwuchspreis


Für seine Arbeiten im Bereich der experimentellen Quantenoptik wird der MPL-Nachwuchsforscher Michael Förtsch mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ausgezeichnet. Die Preisübergabe findet im am 15. Juni 2016 während der MPG-Jahreshauptversammlung in Saarbrücken statt. Michael Förtsch erforschte in seiner Doktorarbeit eine neue Methode zur Erzeugung von Quantenlicht, das sich ideal zur Wechselwirkung mit Atomen eignet.

In seiner Forschung nutzt Michael Förtsch einen Effekt, der in der Akustik seit langem bekannt ist: die Flüstergallerie. Ein berühmtes Beispiel hierfür befindet sich in der St.Pauls Kathedrale in London: Schall wird sehr effizient entlang der Innenseite der Kuppel übertragen, ein Flüstern kann entlang der ganzen Gallerie vernommen werden. Ganz ähnlich verhält es sich mit den optischen Flüstergallerie-Resonatoren, die Michael Förtsch in seinen Arbeiten verwendet: in einen scheibenförmigen Kristall wird Licht eingekoppelt, das sich äußerst verlustarm entlang des hochpolierten Scheibenrands ausbreitet. Die Besonderheit hierbei sind die Materialeigenschaften des Kristalls. Seine Nichtlinearität ermöglicht, dass besonderes, nicht-klassisches Licht erzeugt werden kann, das sich hervorragend zur Wechselwirkung mit anderen physikalischen Systemen, wie einzelnen Atomen oder atomaren Gasen, eignet. Die erzeugten Lichtzustände können hoch effizient und sehr flexibel auf unterschiedlichste Wellenlängen verstimmt werden, sind spektral sehr schmalbandig und weisen dabei gleichzeitig sehr gute Quanteneigenschaften auf. Institutsdirektor Gerd Leuchs, freut sich über die Auszeichung: "Michael Förtsch hat mit seiner Forschung neue Methoden zur Erforschung von Phänomenen in der Quantenoptik und Atomphysik eröffnet. Wir freuen uns sehr über die Auszeichung und wünschen Herrn Förtsch weiterhin alles Gute."

Vita: Nach Studium der Mathematik und Physik an der FAU Erlangen-Nürnberg, promovierte Michael Förtsch am MPI für die Physik des Lichts in der Abteilung von Prof. Leuchs. Im Rahmen seiner Promotion forschte er sowohl am MPL in Erlangen in der Quanteninformationsgruppe von Dr. Christoph Marquardt, als auch am Department of Physics and Astronomy in Calgary, Kanada und am National Institut of Standards and Technology in Boulder, Colorado. Seine Promotion verteidigte er im Januar 2015 in Erlangen. Seit März 2015 arbeitet Michael Förtsch bei TRUMPF GmbH + Co. KG in der Unternehmensentwicklung mit dem Schwerpunkt Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

Otto-Hahn-Medaille: Diese wird von der MPG jährlich an junge Forscherinnen und Forscher für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen, die sie in der Regel im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit erbracht haben. Seit 1978 wurden bereits über 900 junge Forschende mit der Medaille ausgezeichnet. Die Medaille ist mit einem Preisgeld von 7.500€ verbunden und ist nach dem Kernchemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn benannt, der von 1948 bis 1960 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft war.