Start für erste Max Planck Schools

04.09.2017, 13:31

Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung unter Beteiligung von MPL Wissenschaftlern

Bundesministerin Johanna Wanka und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, stellen die ersten Max-Planck-Schools vor

Deutschland erhält eine neue Marke für eine Graduiertenausbildung mit internationaler Strahlkraft: 2018 starten zunächst drei ausgewählte Max Planck Schools in eine fünfjährige Pilotphase. Eine davon ist die Max Planck School of Photonics (MPSP). Sie bündelt die Kompetenzen der deutschen Photonik-Community und wird hochbegabte Nachwuchsforscher auf Weltspitzenniveau fördern. An dem Exzellenznetzwerk beteiligt sind zwei Direktoren des Erlanger Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts (MPL), Gerd Leuchs und Florian Marquardt.

Die Max Planck School of Photonics bringt über 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von mehreren Instituten der vier großen Forschungsorganisationen – Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Helmholtz-Gemeinschaft - sowie von sieben Unis zusammen. Die Koordinierungsstelle ist in Jena. Ziel des Konsortiums ist es, alle wichtigen und zukunftsweisenden Communities der Photonikforschung zu einem interdisziplinären Verbund zu verknüpfen. Das nationale Exzellenznetzwerk will damit an Standards von Eliteeinrichtungen wie der US-amerikanischen Harvard- Universität oder dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) anknüpfen und neue Maßstäbe in der Forschung mit Licht setzen. 

Gerd Leuchs, einer der Gründungsdirektoren der MPSP und Direktor am Erlanger Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts, führt aus: „Die Mitglieder der Max Planck School verbindet die Vision, Licht auf allen Skalen zu verstehen, zu beherrschen und es einzusetzen, um Lösungen für wichtige gesellschaftliche Probleme zu entwickeln.“ MPL-Direktor Florian Marquardt ergänzt: “Es wird spannend sein, völlig neuartige Lehrkonzepte für die Doktoranden zu entwickeln, die als Mitglieder dieser Max Planck School über ganz Deutschland verteilt sein werden. Das ist eine große Herausforderung."

Andreas Tünnermann vom Fraunhofer IOF in Jena, gemeinsam mit Gerd Leuchs Gründungsdirektor der Max Planck School of Photonics, erklärt: „Mit der MPSP wird ein neues Niveau von Vernetzung innerhalb der Photonik erreicht sowie die Erforschung von Zukunftsthemen wie der Attosekundenphysik oder Quantenoptik vorangetrieben. Das Netzwerk zeigt die Fähigkeit der Photonik-Community, über Disziplingrenzen und institutionelle Barrieren hinweg große Forschungsthemen anzugehen.“ 

Drei Max-Planck-Schools für Pilotphase ausgewählt

Im Wettbewerb durchgesetzt haben sich die Max Planck School of Cognition, die Max Planck School of Photonics sowie die Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life. Das haben Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, und der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, am Montag bekannt gegeben.

Eine Auswahlkommission hat die drei Piloten aus acht Antragsskizzen mit einem breiten Themenspektrum ausgewählt. Je drei Vertreter der Universitäten sowie der der vier großen außeruniversitären Forschungsorganisationen haben über die Skizzen beraten. Am Ende wählte die Kommission die drei Piloten im Einvernehmen aus.

Die Schools stellen eine neue Art der Kooperation in der Graduiertenausbildung dar. Sie ergänzen die sehr erfolgreichen regionalen Kooperationsformate, wie die Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern oder die International Max Planck Research Schools (IMPRS), um ein nun nationales Netzwerk. Die drei Pilot-Schools werden zunächst für fünf Jahre vom Bundesforschungsministerium (BMBF) mit insgesamt neun Millionen Euro pro Jahr finanziell unterstützt.

Weltweite Sichtbarkeit deutscher Spitzenforschung

„Mit den Max Planck Schools startet heute ein neues Instrument der Spitzenforschung, das die Stärken der deutschen Wissenschaft aufgreift: Eine breite Landschaft innovativer und exzellenter Grundlagenforschung, die in vielen verschiedenen Universitäten und außeruniversitären Instituten zu Hause ist. Geschickt vernetzt entsteht aus vielen Teilen etwas Großes mit Qualität auf Weltniveau. So werden die Max Planck Schools die deutsche Wissenschaft international weiter voran bringen und herausragende Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland anziehen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Indem sich die besten Forscherinnen und Forscher in zukunftsweisenden Themenfeldern national zu einer School zusammenschließen, soll die weltweite Sichtbarkeit und die Wettbewerbsfähigkeit mit internationalen Spitzenuniversitäten erhöht werden, um so herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt anzuziehen.

Gemeinschaftsprojekt von Universitäten und Forschungseinrichtungen

„Die Max Planck Schools als überregionale Forschungs- und Ausbildungsnetzwerke bringen die besten Köpfe der deutschen Universitäten, der Max-Planck-Gesellschaft und der anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen. Das haben die überzeugenden Antragsskizzen eindrücklich gezeigt. Ich freue mich sehr, dass die Initiative in der deutschen Wissenschaftslandschaft auf so breiten Schultern steht“, sagte Max Planck-Präsident Martin Stratmann.

Die Max Planck Schools sind eine organisationsübergreifende Initiative aus der Wissenschaft. Das drückt sich auch im Namen aus: „Max Planck Schools – a joint initiative between German universities and the German research organisations“.Die Konzepte der drei Pilot-Schools werden nun für die Umsetzung weiter ausgearbeitet; auf dieser Basis werden dann die Verträge zwischen den Partnern abgestimmt. Erst dann kann eine Ausschreibung in internationalen Fachmagazinen erfolgen. Die Evaluierung der Pilotphase wird Auskunft darüber geben, ob es gelungen ist, eine erfolgversprechende Architektur für die Max Planck Schools zu entwickeln und somit das Programm zu verstetigen.

 

Kontakt

Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

Prof. Dr. Gerd Leuchs
E-Mail: gerd.leuchs(at)mpl.mpg(dot)de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: MPLpresse(at)mpl.mpg(dot)de
Tel. 09131 7133 807

 

Weitere Informationen

Exzellenz neu bündeln - Start für erste Max Planck Schools, Max-Planck-Gesellschaft 

Informationen über die Max Planck School of Photonics

Gespräch mit MPG Vizepräsident Ferdi Schüth zu den Max Planck Schools

https://www.mpg.de/11458400/max-planck-schools-ferdi-schueth